Er kam, sah und durch
Martin Freinademetz startet bei der Rallye Dakar, 06.01.2007 – 21.01.2007
Die wohl härtesten zwei Wochen im Leben des Snowboard Doppelweltmeisters von 1994/95 sind zu Ende. Die Rallye Dakar 2007 schon wieder Geschichte. Martin Freinademetz kann seine eigene Version davon erzählen. Er ist der einzige Österreicher, der es geschafft hat, vom Start in Lissabon (POR) am 6. Jänner auf zwei Rädern und durch sechs Länder bis ins Ziel am 21. Jänner in Dakar (SEN) zu fahren. Von 245 gestarteten Zweirädern erreichten 133 den finalen Showdown am Lac Rose.
Für den 16km langen "Schaulauf" zogen die besten und zähesten Rallyefahrer noch einmal ihre Motorradmontur über und die tausenden Zuschauer den Hut vor ihnen. "Das Rennen war schnell vorbei, hat kaum mehr als zehn Minuten gedauert. Mit der rot-weiß-roten Flagge in den Händen über die Rampe zu fahren war ein saugutes Gefühl!" Ein würdiger Abschluss für zwei Wochen Tortur.
4.309 Kilometer Sonderprüfung aufgeteilt auf 15 Etappen, die längste davon am 14. Jänner von Atar nach Tichit über 589km: "Ich bin nach 23.00 Uhr ins Ziel gekommen, beim Essen mit dem Löffel im Mund eingeschlafen." Ein Ruhetag nach der ersten Woche in Atar, Mauretanien. Zwei böse Abstiege. "Der erste Sturz am zweiten Tag hat mich an das erinnert, was ich mir für die Rallye vorgenommen hatte: so zu fahren, dass meine Chance ins Ziel zu kommen so groß als möglich ist." Der zweite Sturz auf der 13. Etappe, bei dem das rechte Bein im Hüftbereich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Beim Gehen waren die Schmerzen zu groß, also versuchte der 37-Jährige die Beine so wenig wie möglich zu beanspruchen und den Fahrstil auf der letzten langen Etappe von Tambacounda nach Dakar über insgesamt 576 km (225km davon in der Wertung) dem körperlichen Stehvermögen anzupassen. Zwischen Marokko und Mauretanien meldete sich auch noch der innere Schweinehund: "Speziell an diesen langen Tagen gab es Momente in denen es in meinem Kopf hämmerte: Ich mag nimmer, ich kann nimmer. Es gab viele Leute, die aus diesem Grund aufgegeben haben. Jetzt hab ich es geschafft, hab durchgehalten und mich jeden Tag wieder motiviert. 15 Stunden auf dem Bock können eine Ewigkeit sein und eine Qual obendrein!"
Ergebnis Motorrad
| 1. DESPRES (FRA) | 51:36:53 | |
| 2. CASTEU (FRA) | 52:11:12 | 00:34:19 |
| 3. BLAIS (USA) | 52:28:59 | 00:52:06 |
| ... | ||
| 90. FREINADEMETZ (AUT) | 78:24:20 | 26:47:27 |